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Wettbewerbe

Mein erster Wettbewerb - Riesa Canitz 2012



Vom 25.05. bis 02.06. fand in Riesa-Canitz die 19. Streckenflugwoche statt. Für mich war es der erste Segelflugwettbewerb und die Erlebnisse und Erfahrungen werden mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. Alex flog 2011 schon bei diesem Wettbewerb mit und hatte mich auf die Idee gebracht das nächste Mal auch mitzufliegen. Ich fand es sehr interessant, dass dieser Wettbewerb nicht zu groß ist und alles sehr familiär ablaufen sollte. Und genau so war es auch. Alle waren sehr hilfsbereit und entspannt. Der Spaß stand im Vordergrund und niemand flog mit "dem Messer zwischen den Zähnen". Aber fangen wir von vorn an. Nachdem alle Formalitäten im Verein und auf Arbeit geklärt waren, konnte es am Mittwoch (23.05.) losgehen. Das Auto war bis unters Dach vollgepackt mit Campingutensilien, Verpflegung und allerlei Flugzeugzubehör. Die Checkliste, die Benny für Wettbewerbe an uns verteilt hatte, war ein perfekter Helfer um nichts elementar Wichtiges zu vergessen. Nun machten sich L7 und 2nd auf den Weg in das knapp 2h entfernte Riesa.

Angekommen hieß es Zelte aufbauen und ein wenig orientieren. Lothar war bereits mit der Wilga gelandet. Das Wetter spielte hervorragend mit und so legte sich langsam die Aufregung. Dafür wuchs die Vorfreude auf den nächsten Tag.

Am ersten Trainingstag konnte ich genau das erreichen, was ich mir vorgenommen hatte. Die Anmeldung und Dokumentenkontrolle lief ohne Beanstandungen. Der Jantar (2nd) wies bei allen Checks keine Mängel auf und auch die Navigations- und Loggertechnik funktionierte. Nach einem kurzen Briefing, bei dem eine 300km Übungsaufgabe verteilt wurde, ging es mit dem Flieger an den Start und ich lies mich per F-Schlepp in den Luftraum über Riesa schleppen. Die thermischen Bedingungen waren sehr gut, so dass ein Schlepp gereicht hätte, aber um den Flugplatz und das Flugzeug besser kennenzulernen startete ich 4 mal um für die kommenden Tage gewappnet zu sein.


Am ersten Wettbewerbstag wurde es "ernst". Um 09:30Uhr begann das Eröffnungsbriefing und so gut wie alle Flugzeuge standen schon fertig am Start. Alle Informationen und jede Menge Entertainment bekamen wir auch hier schon geboten. Die Riesaer haben den Spagat zwischen notwendigem Ernst und Spaß an der Sache immer wieder hervorragend hinbekommen. Das Wetter blieb wunderschön auch wenn es, wie fast den gesamten Wettbewerb über, sehr windig war. Für Alex und mich gab es in der "Großen Clubklasse" eine 231km Racing Task, klar nach dem Motto: "nicht übertreiben am ersten Tag" und für den am vorigen Tag angereisten Steffen mit der 9X 230km. Ich war unglaublich aufgeregt, als die Wilga vor mich rollte und das Seil eingeklinkt wurde. Etwas entspannter wurde ich, als die Sicherheitshöhe erreicht war. Anfangen zu genießen konnte ich, als nach dem Ausklinken in 600 Meter über Grund das e-Variometer anfing schneller zu piepsen und ich weiter in den Himmel über Riesa aufstieg. Dann wurde die Startlinie eröffnet und ich wagte mich zögerlich immer weiter vom Platz weg richtung Osten. Der Flug endete dann 100km weiter und knapp 3h später in Spremberg-Welzow. Kurz hinter dem Lausitzring konnte ich keinen Aufwind mehr finden und landete auf einem alten Militärflugplatz. Der sehr nette Flugleiter zog die D-4099 von dem Rasenstreifen auf befestigtes Gelände und half später auch beim Abrüsten. An dieser Stelle vielen vielen vielen Dank an die netten Helferinnen Ari und Jule, die sich mit dem Hänger auf den Weg gemacht hatten um mich zurück nach Riesa zu holen.

Wertungstag 2: Wie immer begann der Tag mit Aufrüsten der Flieger und einem liebevoll hergerichteten Frühstück unserer Helferinnen. Ohne euch wäre dieser Wettbewerb nur halb so schön gewesen. Beim Briefing folgte die "L-Man" Show (Comedy nach Riesaer Art) und eine AAT Aufgabe von 229,1km bis 442,2km für die "Große Clubklasse". An diesem Tag ging ich das Ganze schon etwas optimistischer an und die Aufgabe führte mich über Finsterwalde wieder nach Spremberg. Eine recht heftige Abschirmung kam mir von Nordosten entgegen und auf meinem Flugweg richtung Südosten war der Himmel komplett blau. Hinzu kamen 30 km/h Wind und der Spannungswandler schaffte es nicht das Smartphone (auf dem XCSoar zur Navigation läuft) mit genügend Strom zu versorgen, da ich vergessen hatte die Telefoniefunktion abzuschalten. Da auch meine Rückholerin heute nicht zur Verfügung stand, entschloss ich mich umzukehren. Es standen etwas mehr als 3h Flugzeit auf der Uhr, als ich wieder sicher in Riesa landete. Aber ich schaffte heute immerhin schon 160km.

Wertungstag 3: Das Wetter wurde besser, aber die Meteorologen und Aufgabenplaner waren vorsichtig und überließen es den Piloten was an diesem Tag möglich ist. Ein AAT zwischen 198,4km und 405,2km stand auf dem Plan. Und das Wetter war besser als gedacht. Gleich nach dem Start ging es auf 2000m und auch noch danach lief es super. Jede Wolke hielt das, was sie versprach und Steigwerte über 3m/s integriert waren normal. Genau das, was ich brauchte um motiviert nach vorne zu fliegen und zu lernen ein paar Thermikbärte auch mal stehen zu lassen ohne einzukreisen. Eine tolle Erfahrung! Gewendet über dem markanten Tropical Island, ging es sehr schnell unter dem Berliner Luftraum weiter bis in den Fläming an die Brandenburg Sachsen-Anhaltinische Grenze. Leider zogen hier die Wolken komplett zu, so dass die Thermik stark nachließ und ich innerlich umschalten musste. Langsamer fliegen und behutsam Thermik suchen. Über der A9 erwischte ich einen hervorragenden Aufwind der mich nochmal einmal über 2000m brachte und damit meinem Ziel (Riesa) sehr nahe. Endanflugrechner angeworfen und ab ging es zurück. Die Sicherheitshöhe zum Platz zeigte das PDA an und in mir wich die Anspannung komplett als ich "Riesa Segelflug" "2 November Delta 10 km" funken konnte. Wahnsinnig glücklich, die Aufgabe geschafft zu haben, landete ich in Riesa.
Diesen Tag konnte nichts toppen …. dachte ich.

Wertungstag 4: Wieder mehr Wind aber starke Thermik durch die Kaltluft war angesagt. Die Aufgabenplaner waren aber optimistischer wie am Vortag. Racing Dreieck bis an die polnische Grenze (Bademeusel) und dann gen Westen nach Lüsse = 360km! Angespornt durch den Vortag, aber dennoch mit dem Wissen noch nie so eine lange Strecke geflogen zu sein, flog ich los. Das Wetter war ähnlich gut dem Vortag und so ging es zügig voran. Hauptsächlich allein flog ich die Punkte ab. Da ich mittlerweile viel entspannter fliegen konnte blieb auch Zeit sich die Landschaft anzuschauen und den Flug zu genießen. Auch dieser Flug brachte mir eine neue Erfahrung. An Tagen wie diesen findet man auch um 18:30Uhr Lokalzeit noch Thermik und so schwebte ich überglücklich kurz vor 19Uhr in Riesa ein. Ich war knapp 400km geflogen und konnte 500 OLC Punkte verbuchen!! Den darauffolgenden Tag habe ich ausgesetzt, da mein Opa seinen 75. Geburtstag gefeiert hat und auch wettertechnisch lief es an diesem Dienstag nicht so gut, wurde mir erzählt. OLC Link

Wertungstag 6: Viel Wind und ein defekter Schlauch in meinem Hauptfahrwerk. Beim Ausziehen des Fliegers an den Start entwich mit einem lauten Knall sämtliche Luft auf dem Reifen. Glücklicherweise hatten die Riesaer Kollegen alles parat um in "Formel 1 Manier" den Schlauch zu wechseln. Vielen Dank dafür!!! Ausgerufen wurde eine 100km AAT und selbst das war nicht einfach zu schaffen. Für mich war an diesem Tag nach knapp 50 km in Falkenberg-Lönnewitz Schluss. Wieder ein sehr netter Fliegerkamerad vom ansässigen Verein empfing mich und nach kurzer Beratung gab es wieder etwas Neues für mich. Ich entschied mich für einen Rückschlepp mit unserer Wilga. Lothar war sofort am Telefon und nicht lange später bei mir.

Eine Kaltfront mit Regen zog die darauffolgenden Tage über uns hinweg, so dass diese neutralisiert wurden. "Endlich Zeit für uns" freuten sich unsere Helferinnen und ja natürlich, sie haben es sich verdient. Shoppen in Dresden und ein Zoobesuch in Leipzig standen auf dem Plan und zu guter letzt ein super leckeres Abendessen in der Nudelfabrik Riesa. Karamellisierte Schupfnudeln in Vanillesauce - sagt doch alles oder? ;).



Wertungstag 7: der letzte, leider! Wer hätte es gedacht, auch heute: Viel Wind. Ok wir haben uns daran gewöhnt. Dieser letzte Tag sollte mir aber noch einmal sehr sehr viele neue Erfahrungen bringen. Ich freute mich riesig über die Aufgabe. Dieses mal ging es nicht gen Osten oder Norden. Nein es ging in den Südwesten über Laucha und Greiz. In den Logger wurde eine AAT zwischen 205,8km und 369,3km programmiert.

  • Neue Erfahrung Nummer 1: Kreisen mit ca. 20 andern Seglern. Nicht nur vor, hinter, über und unter dir sind andere Segler in der Thermik, nein sogar neben dir! Der Kopf dreht sich permanent in alle Richtungen und an Zentrieren etc. ist nicht mehr zu denken, sondern einfach gleichmäßig und vorhersehbar für andere, saubere Kreise fliegen.
  • Neue Erfahrung Nummer 2: trotz 40 km/h Gegenwind war der erste Schenkel der schnellste in diesem Flug. Die Sonne hat man kaum gesehen, dafür aber wunderschöne Wolkenstraßen.
  • Neue Erfahrung Nummer 3: Oh da ist Leipzig. Ziemlich Große Stadt, auch von oben!
  • Neue Erfahrung Nummer 4: Kreisen über den Kühltürmen eines Kraftwerkes. Das Kraftwerk Lippendorf war es und das Variometer sprang von einem Extrem ins andere, aber es ging gut nach oben.
  • Neue Erfahrung Nummer 5: Die erste richtige Außenlandung. Ok, die muss man nicht unbedingt haben, aber über Meerane fand sich keine nutzbare Thermik mehr. Also hieß es ein schönes Feld suchen. Glücklicherweise gab es da ein Feld, welches direkt in Windrichtung lag. Der Bewuchs war keine 10cm hoch und auch der Boden war recht fest und ohne Furchen. Perfekte Voraussetzungen für eine Landung.

Vielen Dank an Alex der mich zügig zurückgeholt hat, so dass wir pünktlich zum Abendbuffet der Abschlussfeier in Riesa ankamen.

Alles in allem war dies einer der erfahrungsreichsten Tage in diesem Wettbewerb und ein gelungener Abschluss. Schlussendlich hat es für mich nur für Platz 23 gereicht, aber mein Ziel, nicht letzter zu werden, war geschafft. Vielen Dank noch einmal an die Riesaer Kollegen für diesen tollen Wettbewerb und an alle anderen die mir ermöglicht haben dort mitzufliegen. Alle Erwartungen wurden übertroffen und wenn alles klappt bin ich nächstes Jahr wieder dabei. Ich würde Riesa jedem empfehlen der in die Wettbewerbsfliegerei einsteigen möchte.

Autor: Raik Fechner





Görlitzer erfolgreich beim Quali Wettbewerb in Jena



Bei der Qualifikationsmeisterschaft für die Deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr nahmen Görlitzer Segelflieger in Jena / Schöngleina Mitte Mai überaus erfolgreich teil.
In der Standardklasse flog Benny gegen 31 Konkurrenten. Mit einem hervorragenden dritten Platz nahm Benjamin nicht nur einen kleinen Pokal mit nach Görlitz, sondern qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften 2013, deren Austragungsort noch nicht feststeht.
Geflogen ist Benjamin zusammen mit seinem Teampartner Martin Dietze (29 Jahre) vom FC Großrückerswalde, der letztendlich auf Platz 6 landete und damit ebenfalls noch qualifiziert ist.

Heinza startete zusammen mit Sohn Kristof in der Doppelsitzerklasse für den LSV Schneverdingen in einem Duo Discus. Die Beiden erreichten gegen 18 Mitstreitern einen sehr guten 9. Platz, was allerdings nicht für die Deutsche Meisterschaft reichen wird, die beiden hoffen auf einen Nachrückerplatz.

Von insgesamt 10 angesetzten Wertungstagen konnte an sieben Tagen geflogen werden. Das kühle Wetter Mitte Mai sorgte für prächtige thermische Bedingungen über Mittel- und Süddeutschland. So konnte an einem Wertungstag eine 600 km-Aufgabe gestellt werden, die die Piloten dann in unter 6 Stunden Flugzeit absolvieren konnten. Die Strecke umrundete dabei den Nürnberger Luftraum, sodass die Thermikrennbahnen Thüringer Wald, Steigerwald, Frankenwald, Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge ausgenutzt werden konnten. Ein Flug führte die Piloten sogar zum Großen Arber in den Bayrischen Wald. Solch große Strecken sind im Segelflugsport bei zentralen Wettbewerben eine Seltenheit, sodass dieser rundum gelungene Wettbewerb allen Teilnehmern in guter Erinnerung verbleiben wird.

Autor: Heinz Dieter Schüch



Wetterkapriolen beim Heidepokal



25.08.2011 - Traditionsgemäß fand der diesjährige Heidepokal vom 27. Juli bis 7. August in Roitzschjora, ca. 25 Kilometer nördlich von Leipzig, statt. Der nun zum bereits 18. Mal ausgetragene Wettbewerb lockte knapp 50 Piloten an den Rand des Naturparks Dübener Heide. Geflogen wurde in drei Wertungsklassen; Club-, Standard-, und 18m-Klasse. Vom Görlitzer FSC flogen Karl-Heinz Wolf mit seiner PIK 20D und „Heinza“ Dieter Schüch mit dem Discus 2T (beide in der Standardklasse) mit. Außerdem waren Lothar Büchner als Schlepppilot mit unserer Wilga, sowie Benny Schüch als Wetterflieger mit der LS 8 mit am Start.

Normalerweise ist der Zeitraum Ende Juli/Anfang August geprägt von gutem Sommerwetter, folglich gab es in der Vergangenheit selten Heidepokale mit weniger als 4 Flugtagen. Doch dieses Jahr war dieser Zeitraum mehr von Höhentrögen als von sommerlichen Hochdruckgebieten geprägt, so dass leider nur an drei Wertungstagen geflogen werden konnte. Negativer Höhepunkt war der zweite Wertungstag, als das komplette Teilnehmerfeld „in den Acker gehen“, bzw. den Motor „ziehen“ musste. Allerdings gelang „Heinza“ an diesem Tag die weiteste Entfernung, womit er sich den Tagessieg sicherte.

Schlussendlich landete Karl-Heinz auf dem 11. Platz, Heinza verpasste mit dem 4. Platz nur knapp das Siegertreppchen. Den ersten Platz in der Standardklasse sicherte sich der Niederländer Mark Leeuwenburgh, den Heidepokal (prozentualer Gewinner aller Klasse) gewann die Besatzung Norbert Kalisch/Miguel Koch (VSS Roitzschjora), die in der Offenen Klasse mit einem Nimbus 4DM flogen.

Trotz des schlechten Wetters war es wieder eine schöne Woche und es darf sich schon auf das nächste Jahr gefreut werden, wo in den Heidepokal wieder eine Qualifikationsmeisterschaft zur Deutschen Meisterschaft integriert wird und damit sicherlich wieder eine dreistellige Teilnehmerzahl erreicht wird.

Autor: Benny Schüch